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KölnSkulptur #6 · 2011–2013

Kurator: Dr. Friedrich Meschede

Die Ausstellung KölnSkulptur #6 lässt den Park der Stiftung Skulpturenpark Köln in einer völlig neuen Sichtweite erscheinen: Das Parkgelände wurde erweitert und kann durch andere Blickachsen und Wegführung vielfältig erlebt werden. Im Zentrum der Neukonzeption steht ein Garten-Pavillon des japanischen Architekten Sou Fujimoto, der seiner Größe, Form und Ausrichtung nach einen Gegenpol zum neu zugänglichen Stiftungsgebäude darstellt. Diese Garden Gallery steht in der Tradition klassischer Park-Architekturen und wird zum Angelpunkt für die Werke, die sich bereits im Park befinden und mit Motiven der Architektur umgehen, wie die vorhandenen Skulpturen von Jorge Pardo, Heimo Zobernig oder Dan Graham. In dieser Ausrichtung von Skulptur, die von Architekturmotiven bestimmt ist, sind neue Arbeiten von Olaf Holzapfel und Bernard Voïta zu sehen.

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Ein weiterer, zentraler Angelpunkt ist das Projekt von Florian Slotawa, der mit seinem Beitrag Kölner Reihe eine objektive Präsentation der Sammlungsbestände vorgenommen hat: Dem Kriterium ihrer Größe entsprechend geordnet, erscheinen sieben Werke des Parks, die als Wahrzeichen der Ursprungsidee Skulpturenpark zu verstehen sind, in einer Reihe aufgestellt. Damit werden die vormals dezentral verteilten Werke zu einer Ausstellung in der Ausstellung konzentriert und eröffnen einen unerwarteten Dialog über formale Zusammenhänge von Linien und Volumen untereinander. Die neuen Werke sind verbunden durch den Gedanken an Material und deren Bearbeitungsprozesse, wie es die im Park befindlichen Werke von Ulrich Rückriem vorgeben, Skulpturen, die minimalistische Formen mit einer Art Erzählung verbinden und sich als Prozess der Wahrnehmung entdecken lassen: Ein Findling, der von einem Fell bedeckt ist von Johannes Wald, ein monumentaler Baumstamm, der einer fremden Vegetation entstammt von Jimmie Durham, eine Terrakotta-Skulptur, die erst später ihre keramische Verfestigung erfahren wird von Katinka Bock, eine Sandsteinskulptur, die wie ein fossil-surreales Element wirkt von Peter Kamm, Fundstücke, die neu von Benedikt Terwiel verortet werden oder der Container von Sofia Hultén, der uns als abstraktes Volumen präsentiert wird. Wir gehen auf einen Baum zu, der uns von Mandla Reuter in den Weg gestellt wurde und können von einer Bank aus recyceltem Holz den Park überblicken, eine Sitzskulptur von Jochen Weber. Ein kristallin erscheinendes Objekt von Roland Gätzschmann stellt sich auf einem Tisch wie ein Stillleben dar. Schließlich werden mit den Beiträgen von Martin Boyce, Thomas Kiesewetter, Hubert Kiecol und Thomas Schütte neue Werke vorgestellt, die als autonom zu bezeichnen sind, aber auf ihre Weise thematisch auf ihren Standort im Park eingehen.

KölnSkulptur #6 will die Möglichkeiten eines überlieferten Themas anders definieren und sich dadurch selbst neu erfinden, sie hat vor allem das Ziel, den Betrachter zu einem verweilenden Schauen einzuladen, um sich im freien Bezugsfeld seiner Assoziationen die Sichtachsen als Erlebnis des eigenen Sehens zu erschließen. Skulptur ist die Kunst physischer Erfahrung im Raum von Raum.

Dr. Friedrich Meschede
Kurator der Ausstellung KölnSkulptur #6

Neue Positionen in dieser Ausstellung

Katinka BockWIR, 2011
Martin BoyceWarm Dry Stone and Palm Leaves, 2010
Jimmie DurhamPagliaccio non son, 2011
Sou FujimotoGarden Gallery, 2011
Roland Gätzschmann100, 2011
Olaf HolzapfelInteresse an allerlei Formen von Datenumwandlung, 2001
Sofia HulténOn a Fixed Centre, 2011
Peter KammTraut euren Augen, dort kommen sie, 2007
Hubert KiecolAcht Helle, 2011
Rheinwein, 2011
Thomas KiesewetterBroken Butterflies (Version 1), 2010
Mandla ReuterDer Park, 2011
Ulrich RückriemGranit, schwarz, Schweden, gespalten, geschnitten, geschliffen, 1986
Thomas SchütteWeinende Frau, 2011
Paul SuterOrchis, 1977
Florian SlotawaKölner Reihe, 2011
Benedikt Terwiel Schwerepunktfeld, Koordinate 1/3, 2011
Schwerepunktfeld, Koordinate 2/3, 2011
Schwerepunktfeld, Koordinate 3/3, 2011
Bernard VoïtaGreen Memories, 2011
Jochen WeberFigur 21, 2011
Johannes WaldPedestal for a Muse, 2011

Bestandspositionen aus vorhergehenden Ausstellungen:

James Lee ByarsUntitled (Sigmund Freud), 1989
Tony CraggWirbelsäule – The Articulated Column, 1996
Bogomir EckerOhr, 1986
Fischli/WeissGarten, 1997/1999
Barry FlanaganLarge Mirror Nijinski, 1993
Günther FörgOhne Titel, 1997
Dan GrahamGreek Cross Labyrinth, 2001
Jenny HolzerAmbition is just …, 1997
Leiko IkemuraKatzenmädchen mit rhein-Blick, 1999
Jörg ImmendorffHyde Park Corner, 1999
Anish KapoorUntitled, 1997
Stefan KernOhne Titel (Tribüne), 1996
Jorge PardoTomatensuppe, 1997
Manfred PernicePeilanlage Forelle, 2003
Tobias RehbergerUnmögliche Schönheit (schattig), 1999
Ulrich RückriemOhne Titel, 2001
Michael SailstorferHoher Besuch – Köln, 2009
Joel ShapiroUntitled, 1996/1999
Dirk SkreberReaktor, 2009
Andreas SlominskiDer Parkplatz, 2007
Mauro StaccioliUntitled, 1999
Mark di SuveroRacine du Naos, 1996
Rosemarie TrockelL’Arc de Triomphe (Der armselige Baum/Die Zuwenignis), 2006
Simon UngersMonolith, 1999
Bernar VenetFour Arcs of 235,5°, 1999
Paul WallachRing-Around, 1999
Martin WillingQuadratschichtung, zweiachsig, wachsend, 1999/2000
Heimo ZobernigSpartakus Catering, 1998/2001